Die wichtigsten Begriffe rund um Gipsverbände und Schienen kurz erklärt – als Nachschlagewerk für den Kursalltag und darüber hinaus.
Verbandsarten
- Zirkulärgips
- Ein rundum geschlossener, zirkulärer Gips. Bietet die stabilste Ruhigstellung, wird in der Regel erst eingesetzt, wenn die akute Schwellung abgeklungen ist.
- Gespaltener Gips (Spaltgips)
- Ein zirkulärer Gips, der längs aufgeschnitten wird, um der Extremität Raum für weiteres Anschwellen zu lassen – Standard in der Akutphase einer Verletzung.
- Gipslonguette / Schiene
- Eine nicht-zirkuläre, offene Schiene aus Gips oder synthetischem Material, die nur einen Teil des Umfangs bedeckt und mit einer Binde fixiert wird.
- Redressiergips
- Ein Korrekturgips, der in mehreren Etappen angelegt wird, um eine Fehlstellung oder Kontraktur schrittweise zu korrigieren.
- Sarmiento-Gips
- Ein funktioneller Gips nach Augusto Sarmiento, der gezielt Bewegung in angrenzenden Gelenken zulässt, während die Fraktur – klassischerweise am Unterschenkel – über den Weichteilmantel stabilisiert wird.
- Kahnbeingips
- Ein Unterarmgips mit Daumeneinschluss zur Ruhigstellung bei Verdacht auf oder Nachweis einer Kahnbeinfraktur (Skaphoidfraktur).
Material & Technik
- Stockinette (Trikotschlauch)
- Ein dünner, schlauchförmiger Textilüberzug, der direkt auf die Haut kommt und für einen sauberen, hautfreundlichen Gipsrand sorgt.
- Gipspolster / Polsterbinde
- Die weiche Zwischenschicht zwischen Haut und starrem Gipsmaterial, die Druckstellen an Knochenvorsprüngen verhindert.
- Combicast-Technik
- Eine kombinierte Wickeltechnik, bei der Polsterung und Gipsmaterial gezielt so aufeinander abgestimmt werden, dass Stabilität und Tragekomfort gemeinsam optimiert werden – zentraler Bestandteil unserer Praxiskurse.
- Intrinsic-Plus-Stellung
- Sichere Handstellung mit gebeugten Grund- und gestreckten Mittel-/Endgelenken der Finger, die bei längerer Ruhigstellung Gelenksteifigkeit vorbeugt.
Anatomische Bezugspunkte
- Processus styloideus
- Knöcherner Vorsprung an Speiche (Radius) oder Elle (Ulna) am Handgelenk – klassische druckgefährdete Stelle.
- Malleolus
- Der Knöchel am oberen Sprunggelenk, medial und lateral, ebenfalls eine typische Druckstelle bei Unterschenkelgipsen.
- Fibulaköpfchen
- Oberes Ende des Wadenbeins, in dessen Nähe der Nervus peroneus verläuft – bei zu straffem Verband Risiko für eine Fussheberschwäche.
Dieses Glossar wird laufend ergänzt. Fehlt ein Begriff, den Sie im Kursalltag häufig hören? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
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Vertiefende Erklärungen zu Druckstellen und zur Winkelmessung nach Neutral-Null finden Sie in den anderen Artikeln im Blog.