Druckgefährdete Stellen bei Gipsverbänden

Dezember 2024, von Fer Jadlaoui


Ein korrekt angelegter Gipsverband stabilisiert – ein falsch gepolsterter kann Schaden anrichten. Die meisten Druckschäden entstehen nicht durch das Material selbst, sondern durch mangelnde Polsterung an Stellen, an denen Knochen dicht unter der Haut liegen.

Warum diese Stellen besonders gefährdet sind

An Knochenvorsprüngen liegt kaum schützendes Weichteilgewebe zwischen Haut und Gips. Wird an diesen Stellen ungleichmässig oder zu dünn gepolstert, konzentriert sich der Druck genau dort – mit dem Risiko von Drucknekrosen, Nervenkompressionen oder, in ausgeprägten Fällen, Kompartmentsyndrom bei zirkulären Gipsen.

Kritische Stellen an der oberen Extremität

Kritische Stellen an der unteren Extremität

Präventive Grundprinzipien

Ein paar feste Handgriffe verhindern die meisten Komplikationen zuverlässig:

Warnzeichen, auf die während der Nachkontrolle zu achten ist: Schmerz, der nicht zur Verletzung passt, Kribbeln oder Taubheit, kühle oder blasse Zehen/Finger, sowie ein spannungsartiges Engegefühl. Jedes dieser Zeichen ist ein Grund, den Gips umgehend zu lockern oder zu spalten.

Warum das in unseren Kursen im Zentrum steht

Die Technik lässt sich lesen – das Gefühl für die richtige Polsterspannung nicht. Genau deshalb arbeiten wir in den Kursen "Obere Extremitäten" und "Untere Extremitäten" praktisch an Modellen: Sie sehen und spüren direkt, wie viel Polsterung an welcher Stelle tatsächlich nötig ist.

Vom Wissen zur sicheren Praxis

Dieses Thema üben Sie praktisch im Kurs B: Untere Extremitäten – 4 Stunden, 200 CHF, in Kleingruppen oder direkt in Ihrer Praxis.

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Fer Jadlaoui

Fer Jadlaoui

Experte für Gips- & Immobilisationstechnik

Mit über 35 Jahren klinischer Erfahrung im Spitalalltag in der Schweiz schult er Ärzte, Pflegefachpersonen und MPA in praxisnahen Gips- und Schienentechniken sowie in der gezielten Komplikationsprävention.

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